Künstlerisches
Arbeiten
Versuch eines Statements
„Man muss immer in beide Richtungen gehen: Zurück, woher man kommt, und nach vorne, wohin man möchte – begleitet von Erfahrungen, Ängsten und Wünschen. Aber auch mit einer Portion Selbstkritik versehen und mit der durchaus kritischen Einordnung durch Dritte.
So verstehe ich meinen FREIRAUM KUNST.“
Dabei ist mir bei den Projekten durchaus bewusst, dass Kunst mit Vorsicht zu genießen ist: Zu eng ist der Begriff KUNST mit KÜNSTLICH verbunden. Oder anders ausgedrückt, was künstlich ist, kann nicht authentisch sein. Man denke nur an Kunststoff, Kunsterziehung, Künstliche Intelligenz (KI), Kunstlicht, Kunstmarkt usw.
Es gilt also KÜNSTLICHKEIT zu vermeiden.
Die Freude am Arbeiten und das Nutzen von Materialien unterschiedlicher Beschaffenheit und Konsistenz sind das Handwerkszeug - gerne auch kräftige, satte Farben in Öl und Acryl. Sie sind jedoch nur Mittel zum Zweck. Unabdingbar für die Arbeit ist eine Erfahrung, eine Erkenntnis, um nicht zu sagen eine Sehnsucht – die sich oft in unserem „alltäglichen“ Leben festsetzt und unbewusst einer Lösung bedarf. Die Bildende Kunst bietet (zumindest für mich) eine Lösung.
Dabei geht der realen Umsetzung längst ein zuvor stattfindender, zeitraubender Prozess voraus, der oft in einem losen Skizzenblatt festgehalten wird. Es dient dazu, den „Anstoß“ für diese Arbeit nicht aus dem Fokus geraten zu lassen. Danach und insbesondere bei der Malerei stehen Farbharmonie, mehrmalige Farbdeckungen und (meistens) pastose Farbmischungen absolut im Vordergrund.
Als Ergebnis muß das KUNSTobjekt einen Zustand, eine Situation "kommentieren" und anscheinend Unabänderliches hinterfragen und aufgreifen: kurzum Position beziehen.
Schließlich muss das Werk für die Betrachter*innen zum Kern der „Sache“ vordringen: Es ist daher unausweichlich, dass das entstehende Bild, die Installation, einen Titel und einer Bild-/Objektbeschreibung (> Beispiel) bedarf.
Ein Objekt ohne Titel, für mich nicht denkbar.
Man sollte die Betrachter*innen nicht sich selbst überlassen, die Vorgabe einer Richtung ist hilfreich, wenn nicht sogar erwünscht. Auch eine verbindende Musik-Unter-Malung beim Betrachten des Objektes kann hier dienlich sein. Nur dadurch bleibt Künstler und Werk authentisch und nachvollziehbar.
Was der/die Betrachter*in hieraus schlussendlich macht und nutzt, bleibt außer Frage.
In Zeiten des stetigen Wandels, auch in der „Kunstszene“, der Unabwägbarkeiten, der Unsicherheiten – nicht nur materieller Art – wird die Frage nach Wertigkeit, Fortbestand, Nachhaltigkeit, Nicht-Vergessen immer wichtiger und drängender.
Gerade das Projekt „Aus den Rahmen | Aus dem Sinn vs. Lichtblicke“ (07/2023) hat mich gleichermaßen betroffen gemacht als auch ermutigt. Es zeigt in einer gewissen Monotonie und fast könnte man sagen Trostlosigkeit, die Wertigkeit und was übrig bleibt von Erinnerungen an Personen, Gegebenheiten, Erlebnissen: leere Diarahmen. Diarahmen, die ihres Inhalts „beraubt“ und damit als Dokumente für immer unzugänglich geworden sind. Personen und Namen gibt es nicht mehr, schöne und bedeutsame, vor vielen Jahrzehnten auf Zelluloid festgehaltene Momentaufnahmen der Zukunft vorenthalten und als Ballast längst entsorgt.
Jedoch, und dies sollte KUNST (auch) bewirken: Trotz aller Vergänglichkeit - und Unendlichkeit ist eine Erfindung des Menschen - gibt es zwischen den entleerten Diarahmen auch Lichtblicke, die an Personen, Orten, Ereignissen, Kleinigkeiten anknüpfen und somit das scheinbar Verlorene wieder in die Erinnerung zurückführen und dem Vergessen entreißen.